CCB Herzgeflüster

Herzwissen auf die Ohren – der Kardiologie-Podcast für Patient:innen und Angehörige

Alarm Herzinfarkt? Einfach erklärt!

Kein falscher Alarm, der Ernstfall im Klartext

02.10.2026 16 min Staffel 1 Episode 1 PD Dr. med. Philipp Breitbart

Zusammenfassung & Show Notes

Time is muscle – bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. In der ersten Folge von CCB Herzgeflüster spricht Host PD Dr. med. Philipp Breitbart mit Prof. Dr. med. Oliver Dörr, interventioneller Kardiologe am CCB Frankfurt, und dem Patient Jean-Marc Mitter, der selbst einen schweren Herzinfarkt überlebt hat.

Gemeinsam sprechen sie darüber, was beim akuten Koronarsyndrom im Körper passiert, welche Symptome auf einen Notfall hindeuten und warum viele sie zunächst nicht ernst nehmen. Jean-Marc Mitter schildert eindrücklich, wie er die Warnzeichen zunächst überging, wie ein aufmerksamer Rettungssanitäter sein Leben rettete und wie es ihm heute geht.

Außerdem erfahrt ihr:
  • Warum der Anruf bei der 112 der wichtigste erste Schritt ist
  • Woran man einen Herzinfarkt erkennt – auch bei untypischen Symptomen
  • Wie die Behandlung im Herzkatheterlabor abläuft
  • Und was nach einem Herzinfarkt für die langfristige Gesundheit entscheidend ist
Herzwissen To Go – auf die Ohren.

Gäste: Prof. Dr. med. Oliver Dörr, Patient Jean-Marc Mitter
Host: PD Dr. med. Philipp Breitbart

Produziert mit ❤️ von Innovationsraum

CCB Herzgeflüster – Folge 1: 
Herzinfarkt – kein falscher Alarm
Time is muscle – bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. In dieser Folge sprechen wir über das akute Koronarsyndrom: was im Körper passiert, wie man die Warnzeichen erkennt und warum schnelles Handeln über Leben und Tod entscheiden kann.

Host PD Dr. med. Philipp Breitbart spricht mit Prof. Dr. med. Oliver Dörr, interventionellem Kardiologen am CCB Frankfurt, und mit Patient Jean-Marc Mitter, der selbst einen schweren Herzinfarkt erlebt hat und heute offen über seine Erfahrung berichtet.

Darum geht's in dieser Folge:
  • Warum der Anruf bei der 112 der wichtigste erste Schritt ist
  • Was das akute Koronarsyndrom vom Herzinfarkt unterscheidet – und was beides gemeinsam haben
  • Typische Symptome: Druck und Enge in der Brust, Luftnot – und warum sie bei Frauen oft ganz anders aussehen können
  • Wie die Rettungskette funktioniert und was im Herzkatheterlabor passiert
  • Jean-Marc Mitters persönliche Geschichte: von den ersten Warnzeichen über die Diagnose bis zur erfolgreichen Behandlung
  • Was nach einem Herzinfarkt für die langfristige Gesundheit entscheidend ist – von Medikamenten bis Lifestyle
  • Und warum Vorsorgeuntersuchungen der einfachere Weg sind
Zitat der Folge:
„Time is muscle – hier kommt es auf jede Sekunde an." – Prof. Dr. med. Oliver Dörr

Gäste:
Prof. Dr. med. Oliver Dörr, interventioneller Kardiologe, CCB Frankfurt
Jean-Marc Mitter, ehemaliger Patient

Host:
PD Dr. med. Philipp Breitbart

Wichtig im Notfall: 
Bei Symptomen wie Druck oder Schmerz in der Brust, Luftnot oder Kaltschweißigkeit sofort die 112 wählen.

Transkript

Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Time is muscle. Also hier kommt es auf jede Sekunde an. Bei Symptombeginn sollte man sofort reagieren, Hilfe rufen und dafür sorgen, dass die Durchblutung am Herzen sofort wiederhergestellt wird. Intro Sprecher: Herzgeflüster, der Podcast des CCB. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Herzlich willkommen zu Herzgeflüster. Mein Name ist Philipp Breitbart, interventioneller Kardiologe am Medizinischen Versorgungszentrum CCB in Frankfurt am Main. Ich darf Sie als Host dieses Podcasts begrüßen. Heute sprechen wir über ein Thema, das viele Menschen betrifft und bei dem ein schnelles Handeln entscheidend das akute Koronarsyndrom. Viele kennen den Begriff Herzinfarkt, aber was steckt eigentlich dahinter und woran erkennt man einen Notfall? Dazu begrüßen wir heute recht herzlich meinen Kollegen hier am CCB In Frankfurt, Prof. Dr. Oliver Dörr, ebenfalls interventioneller Kardiologe, und Herrn Jean Marc Mitter, der selbst einen schweren Herzinfarkt erlebt hat. Schön, dass Sie beide da sind. Oliver, Wir hören häufig den Begriff Herzinfarkt. Du sprichst aber als Kardiologe oft vom akuten Koronarsyndrom. Was genau bedeutet dieser Begriff eigentlich? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Das akute Koronarsyndrom entspricht im Sprachgebrauch genau dem Herzinfarkt. Hierbei kommt es zu einer akuten Durchblutungsstörung des Herzens. Zum Verständnis sollten wir vielleicht ein bisschen ausholen. Die Grunderkrankung ist die koronare Herzerkrankung, also die langsam sich entwickelnde Verkalkung der Herzkranzgefäße. Und hiervon abzugrenzen ist das akute Koronarsyndrom, bei dem eine Verkalkung oder eine Plaque plötzlich aufplatzt und es plötzlich zu einer akuten Durchblutungsstörung des Herzens kommt. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Und das ist der Herzinfarkt, die Durchblutungsstörung des Herzens, die du gerade angesprochen hast. Wie kann ich mir das vorstellen? Warum wird die zu einem Problem? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Das Herz wird ja wie jedes Organ im Körper regelrecht durchblutet. Und wenn jetzt plötzlich eine Plaque, eine Kalkstruktur an den Herzkranzgefäßen aufplatzt, kommt, kommt es zu einer Thrombusbildung, einer Blutgerinnselbildung in genau diesem Gefäß und der Blutfluss wird akut unterbrochen und das führt zu einer Sauerstoffunterversorgung des Herzens und entsprechend geht Herzmuskelgewebe zugrunde. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Und wie kann ich mir das vorstellen? Weil man sagt ja landläufig Zeit ist Muskel. Dieser Muskel, der zugrunde geht, der bleibt dann wahrscheinlich für immer tot, oder? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Ja, Wenn man nicht schnell genug reagiert, kann es zu irrevisiblen schnell Schäden am Herzmuskel kommen oder zu tödlichen Herzrhythmusstörungen. Daher, wie man im Sprachgebrauch sagt, time is muscle. Also hier kommt es auf jede Sekunde an. Bei Symptombeginn sollte man sofort reagieren, Hilfe rufen und dafür sorgen, dass die Durchblutung am Herzen sofort wiederhergestellt wird. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Damit es unsere Zuhörerinnen und Zuhörer jetzt für den Ernstfall genau im Kopf haben, gehen wir diese beiden Punkte noch einmal durch. Was sind denn Symptome, bei denen ich mir denken okay, jetzt muss ich schnell handeln für mich oder aber wenn das vielleicht ein Angehöriger, ein Freund mir plötzlich beschreibt? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Wichtig ist erstmal die Symptome zu kennen und diese auch wahrzunehmen und auch ernst zu nehmen. Und wenn man typische Symptome wie akuten Thoraxschmerk, also Druck in der Brust oder Luftnot wahrnimmt, sofort reagieren und Hilfe rufen. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Was muss ich konkret machen? Du sagst Hilfe rufen. Das ist ja ein weites Feld. Was sind die wichtigsten Erstmaßnahmen? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Am besten direkt die 112 wählen und den Notarzt alarmieren. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt. Kannst du noch einmal ausführen, warum das wichtig ist, was der Notarzt am Anfang macht und wie er dann vielleicht auch über dein weiteres Überleben weiter entscheiden kann. Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Mit Symptombeginn tickt sozusagen die Zeit ab dann ist das Herz nicht richtig durchblutet. Wenn ein Herzinfarkt wirklich die grundlegende Erkrankung ist und von dieser Sekunde an zählt jede Sekunde. Das heißt sofort Hilfe rufen, 112 wehen, die Diagnose sichern. Das geschieht im EKG. Im EKG kann man beim klassischen Herzinfarkt durch klassische Zeichen die Diagnose recht schnell sichern. Das Rettungsteam, die Rettungskette ist darauf ausgelegt, schnell den Patienten ins nächste Krankenhaus einzuliefern, um dann entsprechend mit einer Herzkatheteruntersuchung sich die Gefäße darzustellen. Und wenn sich die Diagnose sichert, ein Gefäß nicht mehr offen ist, verschlossen ist, akut dieses Gefäß dann entsprechend wieder zu eröffnen. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das heißt für mich, wenn der Rettungsdienst die Diagnose sichert, über die Hebungen im EKG kann der Rettungsdienst ja auch schon das Katheterpersonal in den Kliniken informieren, dass wenn der Rettungsdienst mit dem Patienten ankommt, unmittelbar die Untersuchung begonnen werden kann. Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Genauso ist es. Der Notarzt in diesem Fall alarmiert dann über die Leitstelle das nächstliegende Krankenhaus und ein spezialisiertes, qualifiziertes Team ist dann in der Regel schon vor Ort und kann sofort handeln. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Jetzt haben wir schon unheimlich viel von dir über die Theorie gehört. Herr Mitter, Erinnern Sie sich noch? Wie war das bei Ihnen? Was haben Sie für Symptome gespürt und wie haben Sie sich dann verhalten? Jean Marc Mitte: Ich hab, glaube ich, alles falsch gemacht. Herr Prof. Dr. Dörr hat es schon gerade richtig erklärt, diese Schnelligkeit. Ich habe abends vorher schon Schmerzen gehabt, habe mir ein Ibuprofen genommen und dann war alles wieder gut. Diesen Druck auf dem Brustkorb hatte ich gehabt, das fühlte sich an, als wäre das Brustbein ein wenig raus oder rausgesprungen. Nächsten Tag kam es dann natürlich doppelt und dreifach und ich war auf der Arbeit und da habe ich wirklich Glück gehabt. Bei der Polizei war einer der Sanitäter, Rettungssanitäter, der hat sofort Hier stimmt was nicht, die Farbe in meinem Gesicht, das war silbrig und ich hatte auch sehr starke Druckschmerzen in der Brust, wie als hätte ein Elefantenfuß auf mir, würde man auf mir stehen, kalten Schweißausbruch, Da war schon klar, da ist jetzt irgendwas falsch. Und er hat dann sofort auch eine Infusion gesetzt und konnte somit halt auch überbrücken, bis der Notarzt und der Sanitäter da waren, die dann quasi die Rettungskette eingeläutet haben, bis ich dann auf den Kathetertisch von Prof. Dr. Dörr kam und sofort reagiert hat. Also ich habe keine abgestorbenen Zellen am Herzen. Das Herz ist komplett gesund, Es funktioniert. Und das war wirklich, weil halt die Rettungskette so super funktioniert hat hier im CCB auch. Das ist halt das Thema. Ich glaube, das ist eine Männerkrankheit. Man sagt immer, das ist nichts und ach komm, das tut ja keinem not und so und das ist ja nur was Kleines. Und das ist genau der Fehler. Ich hatte einen Seitenwartinfarkt, der ist auch nicht so leicht zu erkennen, aber im Großen und Ganzen war halt durch unqualifiziertes Verhalten meiner Seite. Doch habe ich viel, viel, viel Glück gehabt. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Oliver Herr Mitter hat nun die Symptome seines Herzinfarktes beschrieben. Sind das die klassischen Symptome? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Ja, er hat beschrieben einen typischen Druck auf der Brust, eine Enge in der Brust. Das sind so die klassischen Beschwerden. Es kann aber auch atypische Beschwerden auftreten, wie Luftnot. Und gerade bei Frauen können Symptome völlig atypisch Bauchschmerzen ziehen in den Kiefer, auch Luftnot Symptomatik können auf einen Herzinfarkt hinweisen. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Nun ist es ja so, viele Menschen merken ja mal ein Zwicken im Brustkorb, das kommt, das geht. Vielleicht ist das auch eine Ursache, warum man teilweise die Symptome nicht so für ernst nimmt. Können Sie noch mal ganz kurz zusammenfassen für diejenigen, die zuhören, was waren so die Momente oder die Zeichen? Das ist nun anders, dass es wirklich eine Situation, in der ich Hilfe brauche. Jean Marc Mitte: Der Herzinfarkt hat sich ja schon Tage vorher angekündigt. Also das muss man auch sagen. Ich war bei einer Fitnessweg, das 8 Stunden Sport am Tag, das war alles kein Problem. Meine Frau sagte mir dann im Du hast viel zu viel geschlafen. Dann kam ich nach Hause aus dem Urlaub und dann war das erste Zwicken. Aber der Hauptauslöser oder der Hauptschmerz, der dann gekommen ist, war in der Tiefgarage bei uns und sofort kalten Schweiß, Panik, große Panik. Ich habe auch überlegt gehabt, welchen Treppenaufgang ich nehme. Der eine ist sehr abgelegen, mich hätte, glaube ich, keiner gefunden, hab mich dann für den vorderen entschieden und da kam es dann schon kalter Schweiß und Panik. Und das merkst du dann sofort. Aber der Weg dahin wäre wesentlich besser gewesen, wenn ich schon vorher mal reagiert hätte. Und das kann ich nur jedem Zuhörer, wenn da irgendwas ist, einmal zu viel hingehen abchecken lassen, dann hätte ich mir den ganzen Kladderadat sparen können. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Oliver Die Symptome, die der Herr Mitter beschreibt, die begleitend zu diesen Brustschmerzen aufgetreten sind, ist das typisch? Hast du da vielleicht noch einige Tipps, worauf man noch achten soll? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Ja, Herr Mitter hat ja berichtet über klassischen Thoraxschmerz und Kaltschweissigkeit. In diesem Fall war es wirklich ein sehr ausgeprägter Herzinfarkt im beginnenden kardiogenen Schock. Das heißt, es war schon so, dass der Kreislauf relativ zusammengebrochen war Das sind typische Begleiterkrankungen und auch die Begleitsymptome, aber auch die Panik und die Todesangst, die der Patient berichtet, sind ganz klassisch. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Herr Mitter hat erzählt, als er ins Krankenhaus gekommen ist, über die Rettungskette. Er ist direkt bei dir auf den Herzkathetertisch gekommen. Kannst du uns einmal berichten, wie ging es dann aus ärztlicher Sicht mit Herrn Mitter weiter? Wie kannst du einen solchen Herzinfarkt behandeln? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Also der Patient wurde uns angekündigt über die Leitstelle, das heißt, wir waren vorbereitet und ein Herzinfarkt ist für den Patienten eine einmalige oder außergewöhnliche Situation. Für uns ist das Alltag, die ganze Gruppe, das ganze Team ist darauf ausgerichtet, zu jeder Tages und Nachtzeit Patienten akut aufzunehmen und auch sofort zu behandeln. In seinem Fall ist er direkt ins Katheterlabor zugewiesen worden. Wir waren vorbereitet und über einen Katheter, einen kleinen Schlauch bin ich über die Armmaterie vor zum Herzen, quasi an den Wirkungsort des Herzinfarktes, an die Herzkranzgefäße. Und in einer Kona Angiografie, einem Angiogramm der Herzkranzgefäße, haben wir dann auch schon das Problem sofort erkannt. Es war ein Akutverschluss des Gefäßes und wir konnten dieses Gefäß dann interventionell dann wieder öffnen. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Koronare interventionelles Eröffnen von Gefäßen, auch ein ganz, ganz wichtiges Thema. Das würden wir in einer extra Folge von Herzgeflüster in Zukunft noch einmal behandeln. Herr Mitter, zurück zu Ihnen. Die Momente vom Rettungsdienst auf den Herzkathetertisch, dann plötzlich die Gewissheit, es war wirklich ein Herzinfarkt und die Zeit danach. Wie haben Sie sich dabei gefühlt? Was waren Ängste und Fragen, die Ihnen durch den Kopf gegangen sind? Jean Marc Mitte: Naja, ich glaube, ich muss sagen, ich war beruhigt, als ich auf dem Tisch lag und dann klar war, was los ist. Es ist ein sehr professionelles Team hier. Der Herr Prof. Dr. Hat mir immer gesagt, was er jetzt gerade macht, woran wir sind, wie weit wir sind und es war alles sehr gut. Man konnte auch das Herz sehen, wie es schlägt und welcher Bereich da nicht durchblutet ist. Das hat einem halt sehr viel Ruhe gegeben. Das ist ja halt immer man selber weiß ja nicht, was auf einen zukommt. Und wie Prof. Dr. Dörr schon sagte, Sie sind Profis und sie machen das alltäglich mehrfach danach auf der Intensivstation fand ich super, dass die Intensivschwestern mir alles erzählt haben, was sie machen, welche Infusion sie setzen, wie sie es machen und das hat noch mal mir eine Ruhe gegeben. Ich muss auch sagen, sofort nach der Behandlung waren die Schmerzen weg. Also das war kein Brustschmerz mehr zu fühlen. Das war alles komplett wie weg wie vorher auch. Das beruhigt dann halt einen auch sehr. Also muss man ganz ehrlich sagen, die Rundum Betreuung ist einfach hier perfekt gewesen. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Oliver Herr Mitter spricht die Tage nach dem Infarkt an. Aus kardiologischer Auf was müssen sich Patienten einstellen? Worauf achtet ihr in der Behandlung? Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Unmittelbar nach dem Herzinfarkt? Wie Herr Mitter bereits erzählt hat, wurde er überwacht, weil auch in der Frühphase nach einem Herzinfarkt Herzrhythmusstörungen auftreten können. Deshalb die routinemäßige Überwachung auf der Intensivstation oder der Überwachungsstation. Wichtig ist aber das Gesundheitsbewusstsein nach einem Herzinfarkt. Wir haben ein Akutproblem gelöst. Durch einen Stent haben wir das Gefäß wieder öffnet und auch offen gehalten. Nur jetzt ist es ganz wichtig, dass auch im Nachgang langfristig prognostisch gesehen Verhaltensmaßnahmen eingehalten werden sollten. Kardiovaskuläre Risikofaktoren sollten eingestellt werden, die Blutfettwerte sollten gesenkt werden und insgesamt Lifestyle Modifikation heißt im Alltag sich anders zu verhalten, mehr Sport zu machen, Ernährungsumstellung, aufhören zu rauchen. Das sind alles Aspekte, die ganz wichtig sind nach einem Herzinfarkt, um zu verhindern, dass sich in der Folge in Zukunft ein weiteres Ereignis entwickelt. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Wie hat sich Herr Mitter, Ihr Leben in der Folge dieses Herzinfarktes verändert? Jean Marc Mitte: Ja, ich war starker Raucher gewesen. Ich habe dann fünf Tage auf der Intensivstation gelegen und konnte gar nicht aufstehen, weil ich ja verkabelt war, verdrahtet war. Und Dann hatte ich 5 Tage, dann kam alles ab. Ich kam auf die normale Station und dann habe ich mir Naja, jetzt hast du fünf Tage ohne Rauchen durchgehalten, dann wirst du das jetzt auch schaffen. Es ist schon wichtig, so ein Ereignis macht auch was mit einem. Und ich hab Sport immer gemacht, aber es hat ja wahrscheinlich nicht ausgereicht, dass ich trotzdem diese Ereignisse bekomme. Aber wie gesagt, das ist halt Nach so einem Ereignis muss man was ändern. Ansonsten liegst du ja zwei Jahre später wieder hier und hast ein Akutereignis Also das macht halt mit einem was. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Ich möchte noch ganz kurz auf diese initiale Phase noch einmal zurückblicken, weil diese Themen, wie man sich dann optimal verhält, auch die sind Themen, die es sich lohnt zu besprechen, SoDass wir dazu extra Folgen in naher Zukunft noch veröffentlichen werden mit allen wichtigen Verhaltenstipps, Präventionstipps. Oliver, du hast die erste Zeit der Überwachung danach angesprochen. Herr Mitter, Sie haben berichtet über die Zeit auf IMC oder quasi unserer Intensiv und Überwachungsstation. Das ist, glaube ich, insofern ein ganz wichtiger Punkt, dass viele Patienten nach dem Infarkt dazu neigen, der Schmerz ist weg, ich habe nur einen kleinen Pieks im Arm, ich kann ja eigentlich schon wieder nach Hause gehen. Aber ich glaube, vielleicht kannst du das noch mal betonen, Oliver, dass die unmittelbare Überwachung nach dem Infarkt, obwohl die Beschwerden weg sind, obwohl es nur einen kleinen Pieks über den Herzkatheter im Handgelenk gibt, trotzdem entscheidend sind. Prof. Dr. med. Oliver Dörr: Wie bereits erwähnt, in der direkten Phase nach der Wiederöffnung des Infarktgefässes kann es zu höhergradigen Herzrhythmusstörungen kommen oder auch tödlichen Herzrhythmusstörungen, sodass die unmittelbare Überwachungsphase ganz wichtig ist, weil hier der Herzrhythmus, der Kreislauf und auch die Vitalparameter kontinuierlich überwacht werden. Aber vielleicht noch ein ganz wichtiger Punkt nach der Akutphase ist das langfristige Denken. Man muss infolge des Herzinfarktes und der Stent Implantation Tabletten nehmen, regelmäßig Tabletten nehmen und diese auch nicht vergessen. Das sind unterschiedliche Substanzklassen, die hier ganz wichtig sind. Aber ein wichtiger Punkt, deswegen möchte ich diesen Punkt noch mal betonen, Das Krankheitsbewusstsein nach Herzinfarkt und auch die dauerhafte Medikamenteneinnahme ist lebensnotwendig. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Herr Mitter, was würden Sie unseren Zuhörerinnen und Zuhörern nun am Ende dieser Folge noch mit auf den Weg geben? Was soll der Zuhörer aus dieser Folge lernen? Jean Marc Mitte: Also 1 auf jeden Fall zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Ich habe ein Jahr lang eine Überweisung auf meinem Tisch liegen gehabt und habe sie nicht genutzt. Und das ist ja genau das Problem. Da fängt es ja an. Wir sind keine Ärzte, wir wissen nicht, wie es uns geht, aber es gibt Profis, die halt reingucken können und uns sagen können, sind wir im Vorfeld gefährdet oder nicht. Und der Eingriff im Vorfeld ohne Herzinfarkt zu bekommen, ist halt einfacher. Bei mir war ja noch 6 Monate, knapp 5, 6 Monate noch mit Reha angehängt. Das kommt ja alles noch. Da fängt man dann leicht an wieder mit Sport und man ist super geschwächt. Auch das ist ja dieser ganze Kladderadatsch, der dranhängt. Und ist man im Vorfeld behandelt, dann passiert da nichts, dann kriegt man den Stand und dann ist es in Ordnung und dann kann man ja auch schon wieder früh nach Hause gehen, nicht so wie ich. PD Dr. med. Philipp Breitbart: Vielen Dank für dieses wirklich offene Gespräch. Vielen Dank, Oliver, für deine wichtigen Tipps und Tricks aus der Sicht eines Kardiologen und auch die Erklärungen, was bei einem akuten Myokardinfarkt, Herzinfarkt überhaupt passiert. Und vor allem, Herr Mit vielen Dank Ihnen für diese ehrliche Beschreibung, wie es Ihnen ergangen ist. Und wir hoffen natürlich, dass wir dadurch vielleicht bei anderen zukünftigen Patienten verhindern können, dass ein solches Ereignis eintritt. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie Herzgeflüster auf Spotify. In unseren nächsten Folgen beschäftigen wir uns mit weiteren wichtigen Themen aus der Herzmedizin. Bis zum nächsten Mal, bleiben Sie gesund und passen Sie gut auf Ihr Herz auf. Intro Sprecher: Herzgeflüster, der Podcast des CCB.