Herz-CT: Keine Angst vor der Untersuchung
Ablauf, Sicherheit und Nutzen des Koronar-CT einfach erklärt
02.10.2026 24 min Staffel 1 Episode 2 PD Dr. med. Philipp Breitbart
Zusammenfassung & Show Notes
Muss es immer gleich der Herzkatheter sein? In der zweiten Folge von CCB Herzgeflüster spricht Host PD Dr. med. Philipp Breitbart mit Dr. med. Sapida Safdari, Radiologin und organisatorische Leiterin der Bildgebungsabteilung am CCB Frankfurt.
Gemeinsam sprechen sie darüber, was ein Koronar-CT ist, wie gefährlich die Röntgenstrahlung wirklich ist und für welche Patient:innen die Untersuchung sinnvoll ist. Dr. Safdari erklärt anschaulich, wie ein Koronar-CT helfen kann, Durchblutungsstörungen frühzeitig zu erkennen, bevor es zu einem Herzinfarkt kommt.
Außerdem erfahrt ihr:
- Warum die Strahlenbelastung geringer ist, als viele denken
- Worauf es bei Gerät und Praxis ankommt
- Wie die Untersuchung konkret abläuft – von der Vorbereitung bis zum Kontrastmittel
- Und wann die Krankenkasse die Untersuchung übernimmt
Herzwissen To Go – auf die Ohren.
Gäste: Dr. med. Sapida Safdari
Host: PD Dr. med. Philipp Breitbart
Produziert mit ❤️ von Innovationsraum
Gäste: Dr. med. Sapida Safdari
Host: PD Dr. med. Philipp Breitbart
Produziert mit ❤️ von Innovationsraum
CCB Herzgeflüster – Folge 2:
Herz-CT: Keine Angst vor der Untersuchung
Herz-CT: Keine Angst vor der Untersuchung
Muss es immer gleich der Herzkatheter sein? In dieser Folge geht es um das Koronar-CT – eine Untersuchung, die in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist, um Durchblutungsstörungen des Herzens frühzeitig zu erkennen, bevor es zu einem Ereignis wie einem Herzinfarkt kommt.
Host PD Dr. med. Philipp Breitbart spricht mit Dr. med. Sapida Safdari, Radiologin und organisatorische Leiterin der Bildgebungsabteilung am CCB Frankfurt, über Ablauf, Nutzen und Sicherheit dieser Untersuchung.
Darum geht's in dieser Folge:
- Was ein Koronar-CT ist und wie es sich vom klassischen Herzkatheter unterscheidet
- Für welche Patient:innen ein Koronar-CT sinnvoll ist – Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen
- Wie gefährlich die Strahlenbelastung tatsächlich ist – eingeordnet im Vergleich zur natürlichen Strahlenbelastung im Alltag
- Warum ein Koronar-CT als Screening-Methode noch effektiver sein könnte als etablierte Vorsorgeuntersuchungen
- Worauf es bei Gerät und Praxis ankommt – warum nicht jedes CT für die Herzuntersuchung geeignet ist
- Wie der Untersuchungsablauf konkret aussieht: von der Terminvorbereitung über Kontrastmittel bis zur eigentlichen Aufnahme
- Was Patient:innen vorher wissen sollten – von Kontrastmittelunverträglichkeiten bis zur Medikamenteneinnahme vor der Untersuchung
- Und wann die Untersuchung von der Krankenkasse übernommen wird
Gäste:
Dr. med. Sapida Safdari, Radiologin, organisatorische Leitung Bildgebung, CCB Frankfurt
Dr. med. Sapida Safdari, Radiologin, organisatorische Leitung Bildgebung, CCB Frankfurt
Host:
PD Dr. med. Philipp Breitbart
Wichtig im Notfall:
Bei Symptomen wie Druck oder Schmerz in der Brust, Luftnot oder Kaltschweißigkeit sofort die 112 wählen.
PD Dr. med. Philipp Breitbart
Wichtig im Notfall:
Bei Symptomen wie Druck oder Schmerz in der Brust, Luftnot oder Kaltschweißigkeit sofort die 112 wählen.
Transkript
Dr Philipp Breitbart: Wir können Frühzeichen einer relevanten Durchblutungsstörung frühzeitig erkennen, rechtzeitig medikamentös behandeln und somit auch wirklich Ereignisse wie einen Herzinfarkt oder Tod vermeiden.
Intro Sprecher: Herzgeflüster, der Podcast des CCB.
Dr Philipp Breitbart: Herzlich willkommen zu Herzgeflüster, dem Podcast aus dem MVZ CCB in Frankfurt. Mein Name ist Dr. Philipp Breitbart. Ich bin interventioneller Kardiologe hier am CCB und gleichzeitig auch spezialisiert auf die Durchführung kardialer Bildgebungen über ein CT und ein MRT. Und das bringt uns auch zu dem Thema der heutigen Folge. Heute sprechen wir über eine Untersuchung, die in den letzten Jahren immer wichtiger geworden das Koronar-CT. Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, warum sie ein CT des Herzens benötigen und und ob dadurch auch vielleicht ein Herzkatheter, ein invasiver Eingriff vermieden werden kann. Darüber sprechen wir Heute mit Frau Dr. Sapida Safdari, Radiologin und als Radiologin die organisatorische Leitung unserer Bildgebungsabteilung hier am CCB in Frankfurt. Sie ist spezialisiert auf die kardiale Bildgebung und sie wird uns am besten alle Fragen zu diesem Thema beantworten können. Sapida, schön, dass du da bist. Vielleicht steigen wir gleich direkt ein. Was ist denn überhaupt ein Herz CT?
Dr Sapida Safdari: Hallo lieber Philipp, danke, dass ich hier sein darf. Bevor ich erkläre, was eine Herz CT ist, erkläre ich vielleicht für alle, die noch nie vom CT gehört haben oder nicht wissen, was ein CT ist. Grundsätzlich erstmal, wofür ein CT steht. CT steht für Computertomographie und ist eine Methode, bei der mittels Röntgenstrahlen ein Bild vom Körper erzeugt wird. Es läuft so ab, nur ganz grob. Eine Röntgenröhre umkreist den Patienten und die unterschiedliche Schwächung, die vom Körper verursacht wird, weil jedes Gewebe unterschiedlich dicht ist, wird auf der anderen Seite von einem Detektor aufgenommen und der Computer errechnet mittels dieser Daten ein Bild, was man sich dann anschauen kann und sehen kann, wie es in uns drin aussieht. Und eine Koronar-CTist genau das Gleiche. Es wird genau diese gleiche Methode angewendet, aber explizit auf das Herz bezogen und in den meisten Fällen auf die Herzkranzarterien bezogen.
Dr Philipp Breitbart: Du hast es angesprochen, jetzt am Ende auf die Herzkranzgefäße bezogen. Das ist ja auch die Untersuchung im CT, die wir vornehmlich durchführen. Koronar-CT, also Herzkranzgefäß-CT. Warum führen wir diese Untersuchung durch? Für welche Patienten ist denn so ein Koronar-CT geeignet?
Dr Sapida Safdari: Also grundsätzlich ist es so, dass es gibt bestimmte Risikofaktoren oder Krankheiten, die dazu führen, dass die Herzkranzarterien sich verändern und auch erkranken. Patienten mit diesen vorherigen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen ist keine Krankheit, ist ein Risikofaktor, was auch zu einer Erkrankung der Herzkranzarterien führt. All diese Patienten, die diese Voraussetzungen mitbringen, bei denen besteht ein Verdacht oder eine Gefahr, dass die Herzkranzarterien erkranken. Und da sollte man bevor es schlimmer wird oder sogar zu einem Herzinfarkt kommt, wäre es sehr gut, vorher schon mal zu gucken, ob da etwas Relevantes steht und du als interventioneller Kardiologe zum Beispiel schon vorher was machen kannst, bevor was Schlimmes passiert.
Dr Philipp Breitbart: Das ist, glaube ich, ein ganz guter Punkt, den du ansprichst. Wir reden ja das, was du schon so schön beschrieben hast, davon, dass gewisse Risikofaktoren wie das Rauchen, der Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, eine Arteriosklerose auslösen, also quasi Plaqueablagerungen an den Herzkranzgefäßen. Diese nehmen zu und irgendwann kommt es dann zu einer relevanten Durchblutungsstörung am Herzen. Wenn wir natürlich diese Plaque Ablagerung rechtzeitig erkennen, können wir dann natürlich durch medikamentöse Therapien die Risikofaktoren gut einstellen und es kommt gar nicht dazu, dass sich eine relevante Stenose entwickelt oder erst deutlich später. Das heißt, wir können dann den invasiven Herzkatheter, wenn wir es rechtzeitig detektieren, vermeiden. Nun hast du zu Beginn gesagt Röntgenstrahlung. Jetzt würden ja viele oh je, Röntgenstrahlung ist gefährlich. Kannst du das einmal einordnen? Ist das, weil du gesagt hast, lasst uns rechtzeitig ein CT machen? Da gehe ich später noch mal drauf ein, weil ich davon auch ein großer Fan bin. Aber es hat Röntgenstrahlung deswegen. Wie würdest du es einem Patienten beschreiben? Wie gefährlich ist so eine Koronar-CT Untersuchung?
Dr Sapida Safdari: Bevor ich zu der Gefährlichkeit der Koronar Untersuchung CT eingehe, erkläre ich vielleicht erstmal, was es mit den Röntgenstrahlen was auf sich hat. Zunächst ist es vernünftig, dass man Respekt vor Röntgenstrahlen hat, weil Röntgenstrahlen im Gewebe Schäden verursachen können. Aber man muss auch wissen, dass man in dem normalen Leben tagtäglich Röntgenstrahlung ausgesetzt ist, und zwar durch das Radongas in der Erde, durch ätherische Strahlung, durch radioaktive Strahlung über unsere Nahrung sind wir schon Strahlen ausgesetzt. Jetzt beträgt das, die meisten Patienten werden wahrscheinlich nichts damit anfangen, aber damit sie einfach mal eine Zahl gehört haben, unsere natürliche Strahlenbelastung pro Jahr beträgt 2 Millisievert und im Vergleich dazu ist eine CT Koronar Strahlung, wenn die Untersuchungen sehr gut ablaufen, ungefähr ein Millisievert oder vielleicht manchmal sogar noch weniger. Also kann man sich ausrechnen, wie hoch diese Strahlenbelastung ist. Und die ist gar nicht hoch, den Nutzen, den man davon hat, also Strahlung, ja, Respekt vor Strahlen und man muss sie vermeiden oder so gut wie möglich reduzieren. Auch wir als Radiologinnen haben die Aufgabe aufzupassen, dass die Patientinnen nicht viel Strahlen abbekommen. Aber Im Falle des Koronar-CTs muss man eindeutig sagen, dass der Nutzen eindeutig den Schaden überwiegt und die Strahlenbelastung gar nicht so hoch ist.
Dr Philipp Breitbart: Ich würde das gerne noch mal aus klinisch kardiologischer Sicht ergänzen, weil das genau in die Richtung passt, die du erwähnt hast. Es ist immer die Frage, welchen Benefit haben wir? Und wenn man sich überlegt, es gibt, selbst wenn man keine Beschwerden hat, es gibt in Deutschland einige etablierte Screening Verfahren, die sehr wichtig sind. Also man denkt beispielsweise Brustkrebs Screening, Darmkrebs Screening und so weiter. Ein Screening auf die koronare Herzkrankheit oder beziehungsweise auf die Atherosklerose wäre noch deutlich effektiver, einfach dadurch, weil ab einem gewissen Lebensalter 70 bis 80 Prozent der Menschen. Schon eine Atherosklerose haben. Plaques haben. Die Koronare Herzkrankheit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste. Todesursache in Deutschland oder in der westlichen EU. Und auf der anderen Seite, wenn wir ein CT haben und wir sehen die Plaques, dann können wir anhand dieser individuellen Ablagerung der Gefäße der Herzpatienten auch eine gezielte medikamentöse Therapie machen. Das heißt, wir müssen nicht das, was vielleicht der ein oder andere vom niedergelassenen Kollegen kennt, zu diskutieren. Sie haben einen Laborwert, sie haben einen LDL Wert, einen Cholesterin Blutfettwert und dann wird überlegt, welche Medikamente man gibt. Und es ist für viele ja auch sehr abstrakt, weil sie haben einen Laborwert, aber sie fragen Warum soll ich nun den Cholesterinsenker nehmen? Der ist doch gar nicht so hoch. Und mit einem Bild von den Koronarien können wir dann individuell schauen, wie sich die Blutfette bisher bei Ihnen ausgewirkt haben. Und wenn Sie Blutfette haben, aber ganz, ganz viel Plaque, also Ablagerung schon, dann haben wir den Beweis, bei Ihnen müssen wir deutlich senken, weil das ist ja der Vorteil von einem Koronar-CT. Wenn wir Vorstufen von koronarer Atherosklerose, von Plaques sehen und die effektiv mit Cholesterinsenkern, mit Blutdrucksenkern behandeln, dann können wir ja verhindern, dass Plaques zum einen brechen, also zu einem akuten Herzinfarkt führen, aber zum anderen können wir verhindern, dass sie voranschreiten oder das verlangsamen. Das heißt, wir machen eine Methode, Wir machen einmal ein Bild von den Herzkranzgefäßen, je nach risikokonstellation vielleicht mit 50, 55 und können dann die weitere Therapie planen. Und das Gute ist ja auch für die Patienten, ein Herzinfarkt oder ein plötzlicher Herztod, der entsteht ja nicht aus dem Nichts. Das heißt, es gibt Vorstufen und wenn ich einmal weiß, da ist nichts, dann habe ich auch die nächsten Jahre Ruhe und brauche mir keine Gedanken machen. Auf der anderen Seite kann ich, wenn was da ist, medikamentös verhindern, dass das Ereignis eintritt. Jetzt bin ich ein Patient und entscheide mich dafür, ich möchte so ein Koronar-CT machen. Kann ich das überall machen? Kann ich in irgendeine Radiologie gehen, die einen CT hat oder muss ich mir speziell Gedanken machen, wo ich eine solche Untersuchung durchführe?
Dr Sapida Safdari: Das ist eine sehr gute Frage, Philipp, Weil zwei Punkte sind wichtig hier. Einmal geht es um das Gerät. Es gibt gesetzliche Vorgaben, welche Geräte diese Untersuchung überhaupt durchführen können. Jetzt ist es so in Deutschland, dass die meisten Radiologien diese gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Ich werde verzichten darauf, auf Details zu gehen, sonst wird es zu verwirrend. Aber die meisten Radiologien, was die Technik angeht, erfüllen diese Voraussetzungen. Jetzt ist es aber so, dass die Herzkranzarterie eine ganz besondere Untersuchung ist.
Dr Philipp Breitbart: Ja, ich glaube, man kann es ja so schön beschreiben, so ein Herzgefäß, man will ja ein klares Bild machen, aber das Herzgefäß bewegt sich ja mit jedem Herzschlag. Das heißt, wir haben ja in der Regel unter 100 Millisekunden Zeit, um ein klares Bild dieses kompletten Herzens. Also wir brauchen ja ein Bild des herzens in unter 100 Millisekunden. Ich glaube, das macht das technisch so anspruchsvoll.
Dr Sapida Safdari: Genau das ist es, weswegen es wichtig ist, bei den Herzkranzarterien ein super modernes, hochauflösendes Gerät zu haben, was diese Schwierigkeiten bei der Untersuchung des Herzens, die sich die ganze Zeit bewegt, zu erfüllen, was in den anderen Körperregionen gar nicht notwendig ist. Also die technischen Voraussetzungen erstmal, die vielleicht für andere Körperregionen wie Lunge oder Hand Fuß Kopf ausreichend sind, wäre, obwohl gesetzlich gegeben, dennoch nicht gut genug für das Koronar-CT. Deswegen ist es erstmal sehr wichtig, dass man schaut, ob ein Zentrum oder eine Praxis ein sehr, sehr modernes Gerät hat und man kann danach fragen. Das andere ist aber, das war jetzt die Technik. Dann geht es um die Erfahrung und um die anderen Gegebenheiten. Also wie gesagt, das ist keine Standarduntersuchung, die in allen Praxen gemacht werden, da ja Untersuchungen in den letzten Jahren mehr und mehr gemacht wird. Dementsprechend haben nur besondere Praxen diese Erfahrung. Also was die mit diesen technischen Assistentinnen angehen oder auch die Befundung der Bilder angehen, gibt es Erfahrene, die darauf spezialisiert sind, die auch bestimmte Kurse gemacht haben und eine gewisse Qualifikation zeigen können. Und es gibt dann andere Praxen, die das nicht haben, die zwar vielleicht die Untersuchung durchführen können, aber es höchstwahrscheinlich dann nicht zu den Bildern kommt, die einem helfen, eine Therapie zu planen.
Dr Philipp Breitbart: Therapieplanung ist, glaube ich, nochmal ein ganz wichtiger Punkt. Es geht ja nicht nur darum, dass wir ein Bild machen von den Herzkranzgefäßen, sondern in diesem Kontext auch eben, dass wir eine gezielte Therapie planen. Und weil das Herz so komplex ist, bin ich ein ganz großer Freund davon, so wie wir das ja hier auch zusammen machen, dass die Befundung, die Durchführung interdisziplinär vollzogen wird, also sprich von einem Kardiologen und einem Radiologen zusammen. Ich kann mir natürlich trotzdem auch nicht verkneifen, weil du gesagt hast, technische Ausstattung zu erwähnen, weil das ist ja das, wo wir am CCB in Frankfurt ganz stolz sind, dass wir letztes Jahr Ende Juni die allerneueste Gerätetechnologie im CT weltweit als allererste mit der Serie Nummer 1 in Betrieb nehmen. Durften. Da sind wir natürlich sehr stolz. Aber das ist natürlich auch was, weswegen wir uns so mit dieser Technik beschäftigen. Es geht nämlich darum, dass die neueste CT Technik gar nicht mehr so funktioniert, wie wir früher Röntgenstrahlung kannten, sondern es geht nun darum, mit einem Photon Counter die quasi einzelnen Photonen, die Quanten, deren Energielevel zu zählen. Also für Patienten Mit so einem Photon Counter rechnet man, dass man im Vergleich zu den CT Generationen davor 30 mal mehr Informationen bekommt. Ich glaube, wir müssen auch soweit ehrlich sein. Da geht man dann ins Detail bei ausgeprägten koronaren Herzkrankheiten, um eine relevante koronare Herzkrankheit auszuschließen. Ich glaube, dazu reichen auch die ein, zwei Scanner Technologien vor dem Photo Encounter. Das heißt, sie müssen nicht unbedingt in ein High End Zentrum gehen, Nur ist, glaube ich, trotzdem wichtig, dass sie sich informieren und eine moderne Technik entsprechend nutzen. Und die Expertise, die du angesprochen hast, wenn ich mich nun für das CT entscheide, wie funktioniert das? Auf was muss ich mich als Patient einstellen? Wie läuft so eine Untersuchung ab?
Dr Sapida Safdari: So eine Untersuchung läuft ab. Der Patient hat seinen Termin gekriegt, er wurde vorher nach seinen Blutwerten gefragt, hauptsächlich die Nierenwerte, aber auch die Schilddrüsenwerte, weil für die Untersuchung man Kontrastmittel braucht. Also das ist die Voraussetzung für die Untersuchung. Ohne Kontrastmittel kann man das Herz kaum beurteilen und das Kontrastmittel wird erstmal über die Niere ausgeschieden. Deswegen brauchen wir eine gut funktionierende Niere. Und das andere ist, das Kontrastmittel hat Jod. Also wenn Patienten eine Schilddrüsenüberfunktion haben und wir noch zusätzlich Jod geben, dann ist es ungünstig. Deswegen werden diese zwei Werte abgefragt. Dann erscheint der Patient am Untersuchungstag. In der Abteilung wird, bevor die Untersuchung beginnt, erstmal aufgeklärt, was auf ihn oder auf sie zukommt und alles Schritt für Schritt erklärt, damit nichts Überraschendes kommt. Anschließend tritt der Patient in den Untersuchungsraum ein. Die medizintechnischen Assistentinnen MTA legen einen intravenösen Zugang für das Kontrastmittel ein. Also man wird schon gestochen, leider anders geht es nicht. Dann werden EKG Elektroden angelegt, damit man die Herzströme beobachten und sehen kann. So versucht man die bestmöglichen Bilder zu machen und dann guckt man nach der Herzfrequenz. Wenn die Herzfrequenz hoch ist, gibt man noch ein zusätzliches Medikament, um die Herzfrequenz runterzubringen, was auch dazu dient, dass die Bilder sehr gut werden. Also man versucht die optimalste Voraussetzungen für die bestmöglichen Bilder zu machen. Und als allerletztes aber genau dieses zusätzliche Medikament, wenn die Herzfrequenz von alleine unten ist, dann muss man das nicht geben.
Dr Philipp Breitbart: Aber was vielleicht, wenn ich dich da ganz kurz noch unterbrechen kann, einfügen zu den Medikamenten ist glaube ich ganz wichtig, den Patienten auch zu sagen, dass sie, um Medikamenteninteraktionen zu vermeiden, darauf verzichten sollen, an dem Tag vor der Untersuchung Viagra einzunehmen. Ich glaube, das ist noch mal ganz wichtig, damit es auch jeder Patient weiß, weil dann doch immer mal wieder eine Untersuchung nicht durchgeführt werden kann.
Dr Sapida Safdari: Das ist eine sehr gute Ergänzung. Danke. Stimmt. Bei den männlichen Patienten ab einem gewissen Alter, die auch aufgrund der Prostata Viagra, aber auch andere Medikamente aus dieser Gruppe nehmen, werden die Patienten auch darüber aufgeklärt, dass sie das 48 Stunden oder 72 Stunden vorher nicht einnehmen dürfen, weil nämlich auch vor der Untersuchung wird noch ein weiteres Medikament gegeben, und zwar ein Spray unter die Zunge, was dafür sorgt, dass die Adern sich erweitern und man die Adern sehr gut, also die Herzkranzarterien gut beurteilen kann. So läuft es ab. Das ist dann die Vorbereitung. Dann geht die medizintechnische Assistentin aus dem Zimmer, kann aber den Patienten die ganze Zeit sehen und hören. Also wenn irgendwas ist, hat der Patient oder die Patientin immer die Möglichkeit mit uns oder mit unseren Assistentinnen zu kommunizieren. Und dann wird die Untersuchung durchgeführt.
Dr Philipp Breitbart: Wie lange dauert das dann? Wie muss ich mir das vorstellen, wenn ich auf diesem Tisch liege? Also weil viele Patienten stellen sich ja vor eine Röhre, habe ich da vielleicht Platzangst? Ist es eng, dauert es lange?
Dr Sapida Safdari: Sehr gute Frage, weil viele Patienten auch das CT mit dem MRT verwechseln und denken, sie liegen in einer geschlossenen Röhre für ganz lange Zeit. Ein CT ist ganz anders als ein MRT. Es ist ein Ring quasi und es geht superschnell. Also man liegt keine 30 40 Minuten oder 15 Minuten, sondern es ist ein offener Ring, wo man einmal schnell und je fortgeschrittener, je moderner das Gerät, desto schneller einfach durchgeschleust wird. Also die Untersuchung an sich dauert paar Sekunden mit der Vorbereitung und Nachbereitung vielleicht
Dr Philipp Breitbart: maximal zehn Minuten vielleicht noch da gut zu erwähnen, weil du von einem offenen Ring sprichst. Also es ist schon ein Ring. Dadurch, dass der Ring aber relativ schmal ist, also gar nicht so viel Körper bedeckt, hat man immer genug Körper, der außerhalb dieses Rings ist. Also man ist mit dem Kopf immer frei, man kann immer die Decke sehen. Man kommt jetzt nicht in dieses Beengungsgefühl. Es gibt ja Kontrastmittel. Dann gibt es manche Menschen, die eine Kontrastmittelallergie haben. Das muss man natürlich als Patient vor der Untersuchung auch erwähnen, damit man entsprechend darauf reagieren kann. Was tun wir dann und was hat das vielleicht auch für Voraussetzungen für den Patienten? Wie muss er dann seine Untersuchung planen, seine Logistik?
Dr Sapida Safdari: Die meisten Patienten, bei denen es eine Kontrastmittelreaktion ein Thema ist, hatten schon vorher irgendwo eine Untersuchung mit Kontrastmittel und haben entweder eine Hautreaktion oder schlimmstenfalls eine Herz Kreislauf Reaktion durchlebt und geben es dann explizit an. Ich muss an dieser Stelle aber komplette Entwarnung Das Kontrastmittel ist einer der sichersten Medikamente, die man einem Patienten geben kann. Sogar wenn man Nierenfunktionsstörungen hat oder Schilddrüsenüberfunktion hat, kann man das vorbehandeln, sodass man Kontrastmittel geben kann. Kann. Jetzt hast du von Allergien gesprochen. Auch da muss ich eindeutig entwarnen, weil medizinisch ein Kontrastmittel keine typische Allergie verursacht. Also eine Allergie ist, wenn ich mit Kontakt mit XY bin, immer die gleiche Reaktion zeige. Bei einem Kontrastmittel ist es aber keine klassische Allergie, sondern eine Pseudoallergie. Das heißt, es kann sein, dass ein Patient schon mal drauf reagiert hat, aber beim nächsten Mal nicht mehr reagiert. Und was auch sehr gut sein kann, dass also nicht sehr gut sein kann, sondern so ist, dass Kontrastmittel sich auch geändert haben und dass patienten, die vor 10, 15 Jahren eine solche Reaktion mit einem Mittel gekriegt haben, jetzt mit einem ganz anderen Mittel zu tun haben. Und dann ist es ziemlich, ziemlich sicher, dass sie keine Allergie entwickeln. Aber nehmen wir an, es passiert doch. Also es wird Kontrastmittel appliziert. Man wird ja vorher darüber aufgeklärt, was ist normal? Also dass es warm im Körper wird, man kriegt einen Geschmack im Mund, man muss auf die Toilette gehen, das ist ganz normal. Aber man sagt auch den Patienten, wenn die Haut juckt, wenn sie auf einmal keine Luft kriegen, Wenn Sie merken, Ihr Herzrast, dann sollen Sie Bescheid geben, dann gibt man dem Patienten etwas gegen Allergie. Viele Praxen, das muss ich auch vollständigerweise sagen, machen es umgekehrt. Wenn ein Patient schon mal berichtet hat über so eine Kontrastmittelallergie, geben sie sicherheitshalber vorher etwas gegen eine Allergie, damit das alles erst gar nicht auftritt. Aber insgesamt ist alles sehr sicher.
Dr Philipp Breitbart: Was man vielleicht da noch ergänzen sollte, wenn man diese Kontrastmittelprophylaxe bekommt, egal ob jetzt vorher oder nachher, und du hast es ja sehr schön gesagt, auch nachher wirkt es noch super gut, dass man dann aufgrund der Inhaltsstoffe jedoch nicht fahrtauglich ist, also nicht aktiv am Fahrverkehr danach teilhaben darf. Das heißt, wenn es geplant ist, sollten Sie schauen, entweder Sie fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Sie haben jemanden, der Sie zur Untersuchung begleitet. Was man vielleicht auch zur Vollständigkeit halber noch sagen Das, was wir uns vorstellen Der Patient hat Risikofaktoren. Wir gucken einmal nach, wir machen quasi ein Screening, Wir vermeiden Ereignisse bei Risikofaktoren. Das ist natürlich eine Idealwelt, in der wir hoffen, dass Sie bald allen Patienten zur Verfügung stehen. Im Moment ist es ein Bereich, der lediglich von der privaten Krankenkasse abgegolten wird. Ein Koronar-CT wird auch von gesetzlichen Versicherungen übernommen. Dort allerdings nur, wenn der Patient Brustschmerzen hat, egal in welcher Form, dann rechnet dann der Kardiologe eine Vortestwahrscheinlichkeit aus. Ganz komplizierte Modelle, aber im Endeffekt für den Patienten bedeutet es nur, wenn er Brustschmerzen hat. In einer gewissen Konstellation wird auch dann das Koronar-CT übernommen. Das hat auch für die Patienten zumindest den Vorteil, weil diejenigen wären noch vor zwei Jahren, als es nicht übernommen wurde, direkt in den Herzkatheter gegebenenfalls gegangen oder hätten ein Stressecho bekommen mit einer schlechteren Aussagekraft. Also auch dort wird eine Untersuchung durchgeführt, aber das nur zur Vollständigkeit. Sapida, vielen lieben Dank für deine Ausführung zum Koronar-CT. Ich glaube, wir haben gesehen, dass Koronar-CT ist eine tolle Methode mit eigentlich keinen relevanten Gefahren oder Nebenwirkungen, aber dem großen Benefit, dass wir natürlich auch bei Beschwerden schauen können, ob dort eine relevante Durchblutungsstörung ist. Wir können invasive Herzkatheter vermeiden, aber vor allem auch, wir können Frühzeichen einer relevanten Durchblutungsstörung also sprich Ablagerung, frühzeitig erkennen, rechtzeitig medikamentös behandeln und somit auch wirklich Ereignisse wie einen Herzinfarkt oder Tod wirklich vermeiden. Und ich glaube, das ist ein Punkt, dass wir Dinge, böse Ereignisse wirklich vermeiden können durch rechtzeitiges Nachschauen. Das haben wir in der Medizin, glaube ich, in wenigen Bereichen. Häufig geht es ja darum, eher einen Krankheitsverlauf etwas zu reduzieren und abzuschwächen, aber wir können wirklich Ereignisse vermeiden. Deswegen vielen lieben Dank für deine Antworten, dass du uns alles über das Koronar-CT erklärt hast. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat oder Sie sich grundsätzlich rund um das Thema Herzgesundheit interessiert, schauen Sie weiter rein bei unserem Spotify Podcast Herzgeflüster. Wir werden auch in den nächsten Folgen uns mit Themen beschäftigen, die die Herzen gefäße von Ihnen, Ihrer Nachbarn, Ihren Angehörigen befassen und können hoffentlich so Ihnen die Angst nehmen, aber auch damit helfen, Ihr Leben für eine lange Herzgesundheit entsprechend zu beeinflussen.
Dr Sapida Safdari: Vielen Dank.
Intro Sprecher: Herzgeflüster, der Podcast des CCB.