Kardio-MRT verständlich erklärt
Ablauf, Nutzen und Vorbereitung des Kardio-MRT einfach erklärt
16.10.2026 33 min Staffel 1 Episode 3 PD Dr. med. Philipp Breitbart
Zusammenfassung & Show Notes
CT, MRT, Kernspin, Röntgenstrahlung, bei der Bildgebung des Herzens gibt es viele Begriffe und noch mehr Fragen. In der dritten Folge von CCB Herzgeflüster spricht Host PD Dr. med. Philipp Breitbart mit Dr. med. Annett Magedanz und Dr. med. Sapida Safdari, beide Radiologinnen mit Schwerpunkt kardiale Bildgebung am CCB Frankfurt.
Gemeinsam sprechen sie darüber, was ein Kardio-MRT ist, wie es sich von CT und Ultraschall unterscheidet und was es zusätzlich über die Pumpfunktion, das Gewebe und mögliche Herzmuskelentzündungen verraten kann. Außerdem erklären sie, was es mit dem sogenannten Stress-MRT auf sich hat und warum der Begriff dramatischer klingt, als die Untersuchung tatsächlich ist.
Außerdem erfahrt ihr:
- Wie sich das MRT technisch vom CT unterscheidet – und warum dabei keine Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt
- Wie Patient:innen sich auf die Untersuchung vorbereiten sollten
- Wie lange eine Untersuchung dauert und was bei Platzangst helfen kann
- Und bei wem ein MRT nicht oder nur mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden sollte
Herzwissen To Go – auf die Ohren.
Gäste: Dr. med. Annett Magedanz, Dr. med. Sapida Safdari
Host: PD Dr. med. Philipp Breitbart
Produziert mit ❤️ von Innovationsraum
Gäste: Dr. med. Annett Magedanz, Dr. med. Sapida Safdari
Host: PD Dr. med. Philipp Breitbart
Produziert mit ❤️ von Innovationsraum
CCB Herzgeflüster – Folge 3:
Kardio-MRT einfach erklärt
Kardio-MRT einfach erklärt
CT, MRT, Kernspin, Röntgenstrahlung – bei der Bildgebung des Herzens gibt es viele Begriffe und noch mehr Fragen. In dieser Folge bringen wir Licht ins Dunkel: Was ist ein Kardio-MRT, wie unterscheidet es sich vom CT und der Echokardiographie, und wofür wird es eingesetzt?
Host PD Dr. med. Philipp Breitbart spricht mit gleich zwei Expertinnen: Dr. med. Annett Magedanz und Dr. med. Sapida Safdari, beide Radiologinnen mit Schwerpunkt kardiale Bildgebung am CCB Frankfurt.
Darum geht's in dieser Folge:
- Der wichtigste Unterschied zwischen CT und MRT: Beim MRT kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz, sondern Magnetfeld und Radiowellen
- Was das MRT zusätzlich zum Ultraschall (Echokardiographie) leisten kann – von der Pumpfunktion bis zur Gewebecharakterisierung
- Wie sich mit speziellen Sequenzen Herzmuskelentzündungen, Vernarbungen und andere Ursachen für eine eingeschränkte Herzfunktion erkennen lassen
- Was ein Stress-MRT (Belastungs-MRT) ist und wann es eingesetzt wird, um zu klären, ob eine Engstelle am Herzkranzgefäß behandlungsbedürftig ist
- Wie sich Patient:innen auf die Untersuchung vorbereiten sollten – und warum vor dem Stress-MRT auf Kaffee, Tee und Schokolade verzichtet werden sollte
- Wie lange eine Untersuchung dauert und was bei Platzangst helfen kann
- Kontraindikationen: Wann ein MRT nicht oder nur mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden sollte – etwa bei Herzschrittmachern, in der Schwangerschaft oder bei bestimmten Tattoos
Gäste:
Dr. med. Annett Magedanz, Radiologin, CCB Frankfurt
Dr. med. Sapida Safdari, Radiologin, CCB Frankfurt
Dr. med. Annett Magedanz, Radiologin, CCB Frankfurt
Dr. med. Sapida Safdari, Radiologin, CCB Frankfurt
Host:
PD Dr. med. Philipp Breitbart
PD Dr. med. Philipp Breitbart
Transkript
Dr. med. Annett Magedanz: Das ist wirklich ein ganz, ganz tolles Arbeitsmittel, um eine Vielzahl von unterschiedlichen Erkrankungen gut darstellen und nachweisen oder Fragestellungen beantworten zu können.
Intro Sprecher: Herzgeflüster, der Podcast des CCB.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Herzgeflüster, dem Podcast rund um Ihre Herzgesundheit direkt aus dem MVZ CCB in Frankfurt. Mein Name ist Philipp Breitbart. Ich bin interventioneller Kardiologe mit auch einem Fokus auf die kardiale Bildgebung. Wir möchten heute über ein Thema sprechen, das in der Herzgesundheit von zunehmender Bedeutung wird, nämlich in der Diagnostik von Herzerkrankungen, das Kardio MRT. Was ist das Kardio MRT? Wozu brauche ich es und wie läuft eigentlich so eine Untersuchung ab? Viele Fragen und deswegen freut es mich sehr, dass wir wirklich zwei Expertinnen heute in unserem Podcast haben, die uns diese Fragen beantworten können. Frau Dr. Annette Magedanz und Frau Dr. Sapida Safdari, die beide als Radiologinnen einen starken Fokus auf die kardiale Bildgebung haben und hier bei uns am CCB in Frankfurt zu den Expertinnen in der kardialen Bildgebung gehören. Vielen lieben Dank, dass ihr beide da seid.
Dr. med. Annett Magedanz: Hallo.
Dr. med. Sapida Safdari: Hallo. Vielen Dank für die Einladung.
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, vielen Dank.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Es gibt ja beim Thema Bildgebung CT, MRT immer viele Fragen. Für den Patienten bedeutet es hä Naja, ich brauche so eine Untersuchung in der Röhre, dann taucht irgendwann noch Kernspin auf, Computertomographie, Röntgenstrahlung. Also an sich. Die Bildgebung wirkt häufig für die Patienten wie ein Buch mit sieben Siegeln. Vielleicht können wir dort erstmal etwas Aufklärung schaffen, etwas Licht ins Dunkle bringen. Sapida, was ist eigentlich ein MRT und was ist der Unterschied zum CT?
Dr. med. Sapida Safdari: Wie du gesagt hast, ist es richtig, dass viele Patienten zwischen CT und MRT nicht wissen, wo der Unterschied ist, nicht unterscheiden können. In der letzten Folge, wo ich dabei war, habe ich erzählt, was ein CT ist und da habe ich erzählt, dass bei einem CT Röntgenstrahlen angewendet werden. Jetzt ist das Besondere und das Wichtige zu wissen, dass im MRT im Gegensatz zum CT keine Rückenstrahlen angewendet werden.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das heißt, ich muss mir davor keine
Dr. med. Sapida Safdari: Gedanken machen, keine Gedanken, keine Sorgen, dass man zu viele MRTs hätte, weil im MRT man mit Hilfe eines starken Magnetfeldes und von Radiowellen bildet, Bilder produziert. Also da werden keine Röntgenstrahlen eingewendet, sondern da ist ein Magnetfeld, was sehr harmlos ist. Das heißt, im Vergleich zum CT kann man MRT ganz oft machen, ohne dass es einen Strahlenschaden verursacht oder andere Schäden vom Gerät aus.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Die technischen Unterschiede leuchten mir jetzt ein. Aber Annett, was ist denn der Unterschied inhaltlich zwischen dem CT und MRT? Was kann ich in einem MRT sehen, was ich im CT nicht sehe? Oder sind es im Prinzip einfach nur unterschiedliche Techniken, damit ich am Ende doch das Gleiche sehe?
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, das ist natürlich ganz wichtig in der Entscheidung, mache ich die eine Untersuchung oder mache ich die andere Untersuchung? Das CT ist ja wirklich eine ganz, ganz tolle Untersuchung, wenn ich eine mögliche koronare Herzerkrankung sicher ausschließen möchte. Das gelingt mir mit dem CT sehr, sehr gut. Wenn ich andere Fragen habe an das Herz, dann muss man sagen, hat die MRT Untersuchung einen sehr, sehr hohen Stellenwert, weil das ein Verfahren ist, mit dem ich mit einer Untersuchung ganz viele Fragestellungen abklären kann. Ich kann sehen, wie ist die Pumpfunktion vom Herzmuskel. Ich kann das Gewebe näher einschätzen. Wir haben die Möglichkeit, ganz moderne Mapping Sequenzen zu machen. Das sind Aufnahmen, wo ich zum Beispiel vermehrte Flüssigkeit im Gewebe gut nachweisen kann oder auch andere Ablagerungen, wie bei bestimmten Speichererkrankungen. Ich kann spezielle ödemempfindliche Sequenzen anfertigen, wo ich eben sehen kann, ob zum Beispiel Hinweise auf eine Herzmuskelentzündung da sind. Dann kann ich zusätzlich noch eine Durchblutungsanalyse machen, die natürlich ganz, ganz wichtig bei der Frage Ist eine mögliche Engstelle an einem Kranzgefäß überhaupt relevant? Hat die eine funktionelle Bedeutung? Das ist was, was eine ganz herausgehobene Stellung ist vom MRT. Und dann habe ich schlussendlich noch die Möglichkeit, mittels Kontrastmittelgabe ein sogenanntes Late oder Delayed Enhancement zu machen, um Narben im Herzmuskelgewebe abzugrenzen. Und da kann ich dann auch gut unterscheiden anhand der Ausdehnung und der Lokalisation dieser Narbenareale, sind die eher durch eine Herzerkrankung, also eine koronare Herzerkrankung bedingt oder oder sind die eher entzündlich bedingt? Also das ist wirklich ein ganz, ganz tolles Arbeitsmittel, um eine Vielzahl von unterschiedlichen Erkrankungen gut darstellen und nachweisen oder Fragestellungen beantworten zu können.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das ist, glaube ich, ein guter Punkt. Wir sind ja manchmal in der Kardiologie an dem Punkt, dass wir das Gefühl haben im Ultraschall, die Pumpfunktion des Herzens ist nicht normal, aber wir können Durchblutungsstörungen ausschließen und auf den ersten Blick sehen wir gar nicht, warum ist die Pumpfunktion reduziert, Weil das kann ja unter Umständen auch Implikationen für die gezielte Behandlung haben. Manchmal sehen wir, dass Herzwerte erhöht sind und wir denken, ein Patient hat einen Herzinfarkt, dann machen wir einen Herzkatheter und sehen, da ist überhaupt gar kein Herzinfarkt. Um dann auf die Ursache zu gehen, gibt es vielleicht andere Gründe wie die von dir erwähnte Herzmuskelentzündung. Das heißt, eigentlich hilft uns das MRT bei all diesen Fragestellungen, wo wir vielleicht könnte man es so plakativ sagen, auf den ersten Moment nicht sofort sieht, was der Patient hat.
Dr. med. Annett Magedanz: Genau, wir sind Helfer in der Not oder Sapida.
Dr. med. Sapida Safdari: So ist das.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das ist super. Ich würde noch eine, bevor ich ein Wort aufgreife, was du gesagt hast, Annett, würde ich aber gerne noch mal auf die Frage kommen der Pumpfunktion. Du hast uns erklärt, wir können sehen, wie das Herz. Punkt. Also wir machen durch das MRT quasi ein Video, ein dreidimensionales Video oder ein Video in drei verschiedenen, vier verschiedenen Ebenen. In der Regel haben wir drei. Wir nehmen aber noch manchmal Sonderebenen auf vom Herzen und können dann im Prinzip wie einen Film sehen, wie das Herz pumpt. Aber inwieweit unterscheidet sich das Annett von der Echokardiographie? Weil in dieser nehmen wir auch ein Video auf und in dieser sehen wir auch den Herzmuskel. Also wo ist jetzt dort diese spezielle Position des MRTs einzuordnen?
Dr. med. Annett Magedanz: Das stimmt. Wenn jemand natürlich sehr, sehr gut zu schallen ist, dann ist es im MRT durchaus so, dass ich da nicht zwingend mehr sehe als im Ultraschall, was die reine Pumpfunktionsstörung angeht. Aber ich kann dann natürlich durch diese Zusatzsequenzen eben weiter eingrenzen, warum ist diese Pumpfunktion reduziert? Hat er ein Ödem bei einer Herzmuskelentzündung oder hat er vielleicht eine Koronarembolie gehabt mit einem typischen Infarktbild oder, oder. Also in dieser Einschätzung der Ursachen komme ich dann eben doch oft weiter als einfach nur mit dem Ultraschall, wo ich die Pumpfunktion sehe, natürlich auch zusätzliche Sequenzen habe, wo ich möglicherweise Sachen besser einschätzen kann. Aber das gelingt mit dem MRT oft sehr viel einfacher und besser. Und zusätzlich ist es halt noch so, dass manche Patienten einfach nicht gut schallbar sind und dass man natürlich auch im Ultraschall Problemzonen hat, die man möglicherweise nicht ganz gut darstellen kann. Und im MRT kann ich halt jede beliebige Ebene, Raumebene, ich gucke ja richtig in den Patienten rein, da kann ich jede beliebige Ebene wählen.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Ultraschall, du sagst es, in der Regel kriegt man sehr viele Ultraschallinformationen direkt und es ist die Methode, die in der Breite verfügbar ist, eine sehr, sehr gute Methode, die quasi das Workhorse in der Herzmedizin darstellt. Aber wie du sagst, für spezielle Fragestellungen, für eingeschränkte Schallbarkeiten, für tieferes Nachforschen ist unter Umständen eben dieses MRT notwendig. Aber ich glaube, da können sich dann die Patientinnen und Patienten auch auf die Einschätzung des jeweiligen Herzmediziners verlassen, wenn der dann sagt, okay, passen Sie auf, ich möchte noch mal nachschauen im MRT. Du hast einen Punkt gesagt, Annett, da möchte ich einmal dich sapida drauf ansprechen. Thema Belastung, Thema Stress MRT, das hört sich auf den ersten Blick Stress MRT ziemlich mysteriös an. Was kann ich mir als Stress MRT darunter vorstellen?
Dr. med. Sapida Safdari: Was ist das, Das Stress MRT, Das hat tatsächlich mal der eine oder andere gehört, der ein Herzpatient ist oder Herzpatientin. Man kann das Stress MRT auch als Belastungs MRT anders nennen. Und zwar geht es darum, wie Annett schon am Anfang gesagt hat, das CT ist eine Methode, um die Herzkranzarterien gut darzustellen. Das ist einer der besten Methoden. Man macht ein Foto von den Herzkranzarterien. Jetzt nehmen wir an, ist eine Herzkranzarterie erkrankt und man ist sich nicht sicher, ist da die Durchblutung trotzdem noch gewährleistet oder nicht. Dann ist eine Möglichkeit, einen Stress MRT bzw. Belastungs MRT einzusetzen, um zu gucken, ob eine Durchblutung noch vorhanden ist, eine adäquate Durchblutung. Und zwar läuft es so ab, die meisten Patienten, die an den Herzkranzarterien erkrankt sind, spüren das, wenn sie sich belasten, wenn sie Treppen steigen, wenn sie vielleicht Sport machen oder laufen, dann merken sie entweder Kurzatmigkeit oder Druck in der Brust. Und das simulieren wir in der MRT Untersuchung. Wir geben ein Medikament, was eine Belastung simuliert und dann schauen wir mit Kontrastmittel ob da das Gewebe hinter diesem Gefäß oder Versorgungsgebiet dieses Gefäßes noch genug Blut kriegt oder nicht. Und anhand dieser Informationen kann der Kardiologe entscheiden, ob er den Patienten erstmal medikamentös belässt oder doch einen Stent einlegt.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Vielleicht hake ich da ganz kurz ein für alle diejenigen, die die Folge über die koronare Herzkrankheit nicht oder noch nicht gehört haben, um das genauer jedem verständlich zu machen. Beispielsweise in einem CT oder in der Herzkatheteruntersuchung sehen wir visuell den Stenosegrad bei Ablagerung an den Herzkranzgefäßen. Also wie viel Prozent ist ein Gefäß durch Ablagerung, sogenannte Plaques, verengt. Und dieser Stenosegrad kann von, wenn jemand nichts hat, natürlich von 0 Prozent, aber sonst von 1 bis 100 Prozent, wenn das Gefäß komplett verschlossen ist, variieren. Steigert sich in der Regel sukzessive, wenn keine adäquate Behandlung oder medikamentöse Prävention eintritt. Nun ist es so, dass der anatomische stenosegrad, beispielsweise eine 70 Prozent Stenose, bei jedem Patienten sich unterschiedlich auswirken kann. Es ist zum Beispiel so, dass in vielen Gefässabschnitten eine Verengung von bis zu 80 Prozent vom Herzen. Sehr, sehr gut toleriert wird, ohne dass ein Patient Symptome hat oder ohne dass die Hämodynamik, die Durchblutung gestört wird, also ohne dass man die Durchblutung behandeln muss. Bei manchen Stellen reicht aber vielleicht auch schon eine 60 prozent verengung und sie wird zu einem Problem. Das hängt davon ab, wie groß ist das Gefäß und wie viel Muskulatur wird davon versorgt. Ich glaube, wenn man es auf das Rhein Main Gebiet bezieht, wenn ich die Sperrung einer Spur einer Farbe an habe und es ist die fünfspurige A direkt im Berufsverkehr, dann reicht eine Spur und ich habe ein großes Problem. Habe ich mitten in der Nacht eine Kreisstraße im Odenwald, wo zwei Autos nur langfahren, dann reicht diese Sperrung dieser einen Spur nicht dafür aus, um einen Stau zu verursachen. Ich glaube, so kann man es sich relativ gut herleiten. Und dann gibt es die Stenosen, wo man vom Blick her sieht, die sind behandlungsbedürftig vielleicht auch. Wir entscheiden ja zwischen Symptomatik oder beziehen die Symptomatik und den Stenosegrad einher, weil die Stenose ist hochgradig, der Patient hat typische Symptome oder Wir können sicher ausschließen, weil der Patient keine typischen Symptome hat, die Stenose nicht hochgradig genug ist, dass man daran nichts machen muss. Und dann gibt es eben diesen Sonderfall dazwischen, dass sowohl die Symptomatik nicht eindeutig reicht, um zu Ist bedingt durch die Stenose oder nicht? Und auch der Prozentsatz, also die Verengung nicht eindeutig herleiten lässt, ist diese Verengung von Bedeutung oder nicht? Ich glaube, an der Stelle gebe ich wieder an dich zurück. Da sind wir mit der Untersuchung, dass wir am Ende schauen, nur 1 oder 0, kommt genug Blut hinter der Verengung am Muskel an? Ja oder nein?
Dr. med. Sapida Safdari: Eins oder null?
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das ist also sprich, ist es positiv? Also habe ich eine relevante Durchblutungsstörung, ja oder nein? Das ist ja im Prinzip die Frage, die wir mit dieser Untersuchung beantworten. Wir können nicht sagen, rein bei der Untersuchung, wenn ich vorher kein Bild von Herzkranzgefäßen habe, wie groß ist die Stenose, sondern ich kann nur mit dieser Untersuchung unterscheiden, ist sie von hämodynamischer Bedeutung, muss behandelt werden oder nicht?
Dr. med. Sapida Safdari: Ja, ja, das kann man mit dieser Methode mit einer sorgfältigen Vorbereitung und guter Durchführung gut beurteilen und kann sehr gut sehen, ob da eine Ischämie, also Durchblutungsstörung vorhanden ist oder nicht. Also ist eine schon sehr empfehlenswerte Methode,
PD Dr. med. Philipp Breitbart: bevor wir dann jetzt auch zu sehr Richtung koronare Herzkrankheit grundsätzlich abdriften. Thema Vorbereitung ist ein guter Punkt. Annett was erwartet denn die Patienten bei dieser Untersuchung? Weil das, was Sapida erzählt hat, plötzlich wird das Herz unter Stress gesetzt, hört sich ja für den ersten Moment unheimlich dramatisch an. Was erwartet die Patienten und wie müssen sie sich vorbereiten?
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, das ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt. Das hört sich im Vorfeld in der Tat dramatisch an. Man denkt oh je, Stress, MRT, das wird alles ganz, ganz fürchterlich. Die Realität sieht dann aber doch ein bisschen anders aus. Normalerweise ist das eine Untersuchung, die sehr, sehr gut vertragen wird. Wir nehmen im Vorfeld in der Regel Kontakt mit dem Patienten auf. Der kriegt dann auch einen Fragebogen und einen Aufklärungsbogen zugeschickt, wo er schon mal dem Ganzen entnehmen kann, was er im Vorfeld bedenken und beachten muss. Gibt so ein paar spezielle Maßnahmen bei dieser Belastungsuntersuchung, dass man zum Beispiel 24 Stunden vorher keinen Kaffee, Tee, Schokolade und andere Substanzen zu sich nehmen darf, damit diese Untersuchung auch wirklich optimal durchgeführt werden kann.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Warum darf ich das nicht? Also ich meine, wenn ich die Untersuchung morgens habe, ich möchte ja nicht auf meinen Morgenkaffee verzichten.
Dr. med. Annett Magedanz: Ne, das ist wahrscheinlich die härteste Einschränkung bei der ganzen Untersuchung. Aber es ist so, dass Kaffee und Schokolade und Energy, die docken am Herzen an Rezeptoren an, die die gleichen sind wie das Adenosin. Von daher ist es dann unter Belastung nicht mehr möglich oder man kann dann keine adäquate Belastung mehr durchführen. Also die Rezeptoren sind, die man für das Adenosin braucht, für dieses Belastungsmedikament. Diese Rezeptoren sind dann durch die Zufuhr von Kaffee, Tee, Schokolade und so weiter und so fort blockiert und dann funktioniert meine Stressmedikation nicht mehr. Es ist ja nicht so, dass wir wirklich eine körperliche Belastung in dem Moment im Gerät, sage ich mal, simulieren, sondern dieses Medikament, was wir geben, das wirkt pharmakokinetisch etwas auf einer anderen Ebene, indem es die Gefäße weitstellt und diese Gefäßweitstellung, das was wir eigentlich erzielen wollen, das wird dann durch den Kaffee am Morgen blockiert und deswegen muss man darauf leider verzichten.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Diese pharmakokinetische, also diese medikamentöse Belastungssituation. Registriere ich das als Patient, wenn ich da im MRT liege?
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, das registriert man schon. Man muss es sich so vorstellen, man kommt zur Untersuchung, dann ist die ganze Zeit jemand dabei, es ist ein MTRA dabei, ist die ganze Zeit ein Arzt oder eine Ärztin vor Ort. Man ist also zwar natürlich alleine in diesem Gerät, aber man ist unmittelbar über eine Klingel und eine Sprechanlage die ganze Zeit mit dem Personal, was für die Untersuchung zuständig ist, verbunden. Man kommt also zur Untersuchung, dann wird man auf der Untersuchungsliege gelagert, kriegt zwei kleine venöse Zugänge, das ist ähnlich wie beim Blutabnehmen, kriegt dann noch eine EKG Spule auf den Brustkorb, damit man das Ganze auch entsprechend auf den Herzrhythmus anpassen kann. Dann kriegt man noch eine Spule an sich auf den Brustkorb gelegt, das ist diese Spule, um einfach das Signal zu empfangen. Und dann wird man in das Gerät geschoben, dann werden erstmal Aufnahmen vom Herzen gemacht, diese Funktionsaufnahmen, die wir schon beschrieben
PD Dr. med. Philipp Breitbart: haben, quasi dieser Film, wie das Herz.
Dr. med. Annett Magedanz: Genau, ganz genau. Und dann kommt dieser Belastungstest, der wird auch noch noch mal angekündigt, der ist insgesamt sehr sehr kurz, ungefähr drei Minuten. Man muss auch wissen, dass dieses Belastungsmedikament mit ganz ganz kurzer Halbwertszeit hat von 10 Sekunden ungefähr. Sprich, wenn ich das nicht tolerieren sollte, was eigentlich so gut wie nie vorkommt, weil es ist ja eigentlich nur ähnlich wie Treppensteigen vom Gefühl, dann kann man sich auch melden über die Klingel oder über die Sprechanlage, dann stellen wir das ab und dann ist die Wirkung auch sofort wieder vorbei. Aber in diesen drei Minuten, wenn man das dann durchhält, dann ist es so, dass die Herzfrequenz eben ein bisschen ansteigt, dass man ein bisschen kurzatmig wird und dass das natürlich erstmal eine ungewohnte Situation ist. Wenn man aber weiß, was passiert, können das eigentlich die Patienten sehr sehr gut tolerieren, denke ich. Ist auch so deine Erfahrung, oder Sabida?
Dr. med. Sapida Safdari: Ja, du hast es sehr gut zusammengefasst und gut erklärt. Vielleicht an dieser Stelle, was mir eingefallen ist. Die Patienten müssen wissen, das ist auch die einzige Untersuchung im MRT, die so bisschen aufwendiger ist, wo man nochmal ein extra Medikament kriegt, um ein Gefühl zu verursachen. Aber alle anderen Untersuchungen im MRT bezüglich des Herzens sind viel viel einfacher. Also dann bedarf es auch dieser Vorbereitung nicht. Das einzige, was man wissen muss, ist, dass man Kontrastmittel kriegt, Das Kontrastmittel auch ist auch sehr gut verträglich und sehr harmlos. Also man nimmt auch keine hohe Dosis und dann legt man sich hin, man liegt einfach, muss bisschen, Anführungszeichen, bisschen mitmachen, was Atemkommandos angeht und kriegt das Kontrastmittel gespritzt, kriegt seine Sequenzen und dann ist es vorbei. Und dann muss man auch bei den anderen Untersuchungen nicht darauf achten, ob man Kaffee trinkt oder nicht. Da kann man ganz normal essen und trinken vor der Untersuchung. Diese Belastungsuntersuchung, Schrägstrich Stressuntersuchung, ist schon die besonderste Untersuchung unter den MRT Herzen oder Kardio MRTs, die ja auch mit Abstand
PD Dr. med. Philipp Breitbart: am längsten von unseren verschiedenen Möglichkeiten dauert, oder?
Dr. med. Sapida Safdari: Genau, genau. Dauert am längsten oder ist mit bisschen mehr Aufwand verbunden. Alle anderen Fragestellungen, die man hat, kann man sehr viel einfacher untersuchen. Aber ansonsten, deswegen finde ich es auch gut, dass wir so detailliert auf die Stressuntersuchungen eingegangen sind, weil dann haben die Patienten schon mal gehört, was da besonders auf sie zukommt. Alles andere ist fast so wie CT, dauert nur ein bisschen länger, müssen wir
Dr. med. Annett Magedanz: ungefähr eine Dreiviertelstunde einrechnen für die Untersuchung. Und wir hatten auch im Vorfeld schon mal gesprochen, dass wir beide eigentlich das Wort Stress MRT gar nicht so mögen, sondern eher das Wort Belastungsuntersuchung, weil alles andere hört sich viel zu dramatisch an für das, was dann eigentlich passiert.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Wie lange dauern andere Untersuchungen so schätzungsweise am Herzen?
Dr. med. Annett Magedanz: Na, die Herzmuskel Untersuchung ist schon auch aufwendig, zeitaufwendig. Da muss der Patient auch ein bisschen geduldig sein. Das kann je nachdem wie die Herzfrequenz und ob da noch extra Schläge da sind, auch so um eine Dreiviertelstunde dauern. Wenn das jetzt nicht die spezielle Fragestellung ist, dann geht es auch mal schneller mit 35 Minuten, aber viel kürzer wird es eigentlich nicht.
Dr. med. Sapida Safdari: Das ist auch ein Indikator, wo Patientinnen und Patienten unterscheiden können, ob sie mal im CT oder MRT waren. MRT, egal welche Körperregion untersucht wird, dauert grundsätzlich länger, weil einfach die Technik anders ist und da ganz andere Abläufe, technische Abläufe im Hintergrund passieren. MRT dauert schon länger. Und auch ein Punkt, was mir einfällt gerade, man sollte sich auch vielleicht auch die Kardiologen mit ihren Patientinnen und Patienten vorher überlegen, ob Patienten das auch durchhalten, in einer Röhre so lange zu liegen. Es kommt schon nicht selten vor, dass Platzangst eine Rolle spielt und die Untersuchung gar nicht begonnen werden kann, weil die Patienten merken, oh, sie können in der Röhre nicht liegen, obwohl wahrscheinlich, Annett, würdest du hinzufügen, es wird meistens gut vertragen und sie halten es auch gut durch. Falls sie dann doch Bedenken haben, in so einer Röhre zu liegen, kann man vorher mit dem Patienten sprechen, dass sie auch noch ein zusätzliches Medikament kriegen. Tavor kennen die meisten wahrscheinlich zur Beruhigung, können sie auch eine Stunde vorher unter die Zunge legen und dann ist auch so eine vertragens auch die meisten Patientinnen und Patienten so eine lange Untersuchung auch sehr gut.
Dr. med. Annett Magedanz: Das Problem bei der MRT Untersuchung ist natürlich, dass im Gegensatz jetzt zu einer Knie MRT Untersuchung die Patienten nicht einfach schlafen können, weil sie mitmachen müssen. Die müssen so weit kooperieren können, dass das halt noch gewährleistet ist. Man muss da natürlich ein bisschen bedenken, wenn man vorher was zur Beruhigung bekommen hat, dass man dann in Begleitung da ist, weil man nicht selbst Auto fahren darf. Es gibt auch noch die Möglichkeit von so einer Brille, die man aufsetzen kann, dass man aus dem Gerät rausgucken kann. Das wirkt bei manchen Patienten auch schon sehr hilfreich. Ich würde auch sagen, in der Regel kriegen die Patienten das eigentlich ganz gut hin.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Ich glaube, der entscheidende Punkt ist, dass man sich vorher bewusst macht, was auf einen zukommt. Ihr habt es ja schon gesagt, man muss die Luft anhalten. Das ist einfach an der Aufnahme der Sequenzen liegt. Aber der Vorteil ist über den Kopfhörer, es wird dann mit einem auch gesprochen. Das heißt, obwohl man in dieser Röhre drin liegt und wenn man mit dem Herzen Untersuchung bekommt, ist ja auch der Kopf in der Röhre. Das heißt aber, es spricht jemand von außen mit einem, es wird zwischendurch mal lauter. Das liegt einfach an den Sequenzen. Das heißt, da ist dann nicht das Gerät kaputt, man darf sich da nicht erschrecken, sondern es liegt einfach an den Aufnahmen. Und ich glaube, was auch ganz entscheidend ist, in dem Gerät fühlt sich dadurch, dass die Decke, die Röhre weiß ist, fühlt sich das immer viel näher vom Kopf an, als es von außen eigentlich aussieht. Das heißt, man hat Platz, man hat einen Ball teilweise in der Hand, wo man sich melden kann. Man wird von außen beobachtet. Also es gibt im Prinzip keinen Grund, dass man sich Sorgen machen muss. Im Zweifel kann man einfach die Augen zumachen, an was Schönes denken und einfach nur auf die Atemkommandos hören und dann geht die Untersuchung, glaube ich, auch ganz schnell vorbei. Eine Frage habe ich zum Schluss an euch. Jetzt haben wir so begeistert über die Möglichkeiten des MRTs gesprochen, was wir alles damit untersuchen können und wie man sich damit verhalten soll und dass eigentlich ja auch jeder es irgendwie mit der richtigen mentalen Vorbereitung auch schafft, diese Untersuchung durchzuführen. Wir sind dabei, es ist sicher großartig. Gibt es denn trotzdem Patienten, die kein MRT durchführen lassen können bzw. Was wir in der Medizin immer nennen die Kontraindikation? Also gibt es fürs MRT speziell für Stress MRT, aber auch fürs MRT allgemein Kontraindikation?
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, ich kann gerne mal starten. Für die Belastungsuntersuchung ist es dann schwierig oder eigentlich eine Kontraindikation, wenn jemand Asthma hat, Das musste er uns im Vorfeld mitteilen, weil bei diesem Asthma, dieses Medikament, das sollte nicht parallel gegeben werden, gibt es immer viele Patienten, die meinen, sie haben Asthma, aber da steckt dann doch was anderes dahinter. Das muss man dann im Zweifelsfall einfach mal kurz klären.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Du meinst das Adenosin, was man da.
Dr. med. Annett Magedanz: Richtig, Genau. Nicht bei den anderen, also wirklich nur bei der Belastungsuntersuchung. Und dann gibt es natürlich noch so Einzelfälle. Wir checken im Vorfeld oder bitten wir den Patienten darum, uns kurz den Kreatininwert durchzugeben für die Nierenfunktion. Das ist aber in der Regel alles kein Problem. Nur in ganz seltenen Fällen muss man da ein bisschen vorsichtiger sein. Und dann gibt es natürlich immer noch Patienten, die bestimmte Implantate im Körper haben. Also am bekanntesten ist der Herzschrittma. Da hat sich ein großer Wandel in den letzten Jahren ergeben, dass doch auch viele Patienten mit einem Herzschrittmacher im MRT untersucht werden können. Auch das muss man im Vorfeld in der Regel kurz abklären. Und die Patienten können dann, wenn dieser Schrittmacher MRT tauglich ist, bei uns in der Schrittmacherambulanz vorher umgestellt werden. Da muss ein spezieller Modus eingestellt werden, damit die Untersuchung durchgeführt werden kann. Dann kann man das auch gefahrlos machen. Aber das sind so die ganz wesentlichen Punkte, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Ist aber, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt, weil du sagst vorher die Schrittmacherambulanz. Also nur wenn mein Schrittmacher grundsätzlich MRT fähig ist, heißt das nicht, dass ich mich einfach reinlegen kann, sondern ich brauche vorher eine spezielle Programmierung.
Dr. med. Annett Magedanz: Richtig.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Und einen Sonderfall, den wir auch manchmal haben, wenn Patienten eine längere Historie mit dem Schrittmacher haben, dann haben die vielleicht ein neueres Aggregat, was Schrittmacher tauglich ist. Die Sonden sind aber vielleicht schon älter, weil das Aggregat zwischendurch ausgetauscht worden ist. Oder es gibt eine stillgelegte Sonde oder es wurde noch eine dazugenommen. Das heißt, es ist, glaube ich, grundsätzlich wichtig, dass man die Information von jedem, der Materialbestandteile, die im Körper sind, zur Verfügung hat.
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, das ist ganz essentiell.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Das denke ich auch dazu, was auch immer wieder gefragt wird, wir sind ja bei dem Thema Myokarditis. Das kennt ihr im Prinzip anders als jetzt vielleicht koronare Durchblutungsstörungen, kennt ja Myokarditis kein Alter. Wie ist das jetzt Thema bei Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit. Und wie ist es bei einem großen Thema, was ja immer wieder diskutiert wird im MRT Tattoos?
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, das ist auch ein Punkt, den muss man dann im Einzelfall abklären. Natürlich ist es so, bei schwangeren Patientinnen ist man sehr, sehr kritisch, was jegliche Untersuchung und natürlich noch mehr, was jegliches Medikament betrifft. Da ist man vorsichtig. Solche Sachen muss man dann im Einzelfall mit der Patientin, dem Kardiologen, dem Radiologen, mit allen zusammen entscheiden und überlegen, was wollen wir machen? Muss es jetzt sein, wie in welcher Schwangerschaftsphase ist die Patientin? Hat das vielleicht Zeit bis zur Entbindung? Das sind ganz, ganz seltene, sehr spezielle Fragestellungen, die dann im Einzelfall entschieden werden müssen. Bei Tattoos ist es so, gerade wenn sehr ausgedehnte Tattoos durchgeführt worden sind, dass dann manchmal von dieser Tätowierung so kleine Eisenpartikel in der Haut verbleiben, die natürlich, wenn sie im Magnetfeld landen, durchaus zu Verbrennungen im Bereich der Haut führen können. Das kann passieren und der Patient muss das im Vorfeld wissen. Ich habe das persönlich jetzt noch nicht gesehen. Es gibt aber mal wieder Bilder, wo Patienten Tattoos haben und dann, dass durch die Erwärmung im Gerät, weil es ist ja ein Magnetfeld, das zu Verbrennungen kommen kann. Und je nachdem, wo dieses Tattoo ist, kann das natürlich auch unangenehm sein. Der Patient merkt es oft vorher, er hat einen Ball, er kann sich melden, aber er muss darüber Bescheid wissen. Manchmal ist es dann auch eine Kontraindikation. Das muss dann entschieden werden.
Dr. med. Sapida Safdari: Was mir dazu noch einfällt, was Schwangerschaft angeht oder Stillzeit, vor allem betrifft es ja junge Frauen. Also ist da die Frage Herzmuskelentzündung gar nicht selten. Und da kann man zur Not überlegen, ob man gar kein Kontrastmittel gibt. Also wie ich schon am Anfang gesagt habe, ist das Magnetfeld an sich total harmlos. Also Röntgenstrahlen spielen da keine Rolle oder andere Art von Strahlen. Aber wenn es wirklich ein Notfall ist und es wirklich um das Wohl der Mutter geht, dann gibt es die Möglichkeit, die Untersuchung ohne Kontrastmittel zu fahren. Man hat Sequenzen, wo man sieht, ob da ein Ödem, also Wasser im Herzmuskel ist, als indirektes Zeichen für eine Entzündung. Oder diese T T Mappings, von denen Annett am Anfang gesprochen hat, ist auch eine wunderbare Methode ohne Kontrastmittel. Um zu gucken, ob irgendwas im Herzmuskel ist. Und natürlich nach der Pumpfunktion, also nach der Funktion des Herzens, kann man auch ohne Kontrastmittel gucken. Und grundsätzlich Schwangerschaft, Stillzeit, am besten gar nicht krank sein, gar nicht zum Arzt gehen, falls man doch beim Radiologen landet, dann ist auch die MRT Untersuchung eine sehr dankbare Möglichkeit, Fragen zu beantworten.
Dr. med. Annett Magedanz: Ja, ich denke, das ist genauso wie Sapida das jetzt gesagt hat. Man muss das einfach im Einzelfall entscheiden und es kommt ja glücklicherweise, Schwangerschaft an sich kommt glücklicherweise nicht so selten vor, aber Schwangerschaft und die dringliche Indikation zur MRT ist dann doch nicht so häufig. Und das muss dann im Team entschieden werden. Und das ist wirklich toll, dass wir da so einen großen Werkzeugkoffer haben, um das Ganze abzuklären.
PD Dr. med. Philipp Breitbart: Ich glaube auch, ähnlich wie jetzt hier in dieser Runde, wenn man es dann interdisziplinär besprechen kann, kardiologisch radiologisch, kann man dann die entsprechend passenden Indikationen und Fragestellungen für die Patienten kreieren bzw. Die Untersuchung auswählen. Und das macht es, glaube ich, auch im Bereich der kardialen Bildgebung so wichtig, dass man dort einfach disziplinübergreifend gut zusammenarbeitet. Das führt auch dazu, dass wenn man interdisziplinär sich so begeistert über das Kardio MRT austauscht, dass wir jetzt deutlich länger über das Kardio mRT geredet haben, als wir eigentlich initial vorgesehen haben. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass man so lange über einen Kardio MRT sprechen kann, zumindest in der Aufklärung von Patienten. Aber ich glaube, da waren so viele Aspekte dabei, die sich viele Patienten, Patientinnen, Angehörige, Freunde von Betroffenen stellen, dass wir die, glaube ich, jetzt einmal umfangreich abgearbeitet haben. Und ich glaube, deswegen sollten wir uns auch in diesem Punkt die Zeit gönnen bzw. Wir haben uns die Zeit genommen, deswegen danke ich euch recht herzlich, dass ihr ihr das wirklich ausführlich dargelegt habt und darf Ihnen da draußen danken, dass Sie dabei waren bei einer neuen Ausgabe Herzgeflüster heute zum Thema Cardio MRT aus dem MVZ CCB in Frankfurt. Seien Sie gerne bei den nächsten Ausgaben wieder mit dabei.
Dr. med. Annett Magedanz: Von uns auch ein herzliches Dankeschön und Tschüss.
Dr. med. Sapida Safdari: Und ja, ich habe nichts hinzuzufügen. Vielen Dank.
Dr. med. Annett Magedanz: Vielen Dank.
Intro Sprecher: Herzgeflüster, der Podcast des CCB.